
TNY-XP [Tiny Experiments] ist das gemeinsame Projekt der Musiker Karl-Heinz Blomann und Tim Löhde und zugleich die erste musikalische Vorstufe ihres Langzeitprojekts Flood Space. Seine erste öffentliche Aufführung erlebte TNY-XP am 18.07.2026 in der Performance-Reihe gARTen.

Ausgangspunkt von Flood Space ist die anstehende Transformation des Rheinischen Reviers nach dem Ende des Braunkohleabbaus.
(Im Zentrum steht der tiefgreifende Wandel der Landschaft und die Frage, wie die Region künftig gestaltet und genutzt werden kann.)
TNY-XP begleitet diesen Wandel mit den Mitteln der Musik – als offener Prozess des Hörens, Sammelns und klanglichen Forschens.

Das Konzert von TNY-XP fand in einer Garage statt, die in einem begrünten Hof liegt und an einen naturnahen Garten grenzt – während der Proben suchten die Musiker diesen immer wieder auf. Der Gegensatz zwischen der vegetationslosen Weite des Tagebaus und der Lebendigkeit des Gartens spiegelte das zentrale Thema des Projekts Flood Space.

Transformation ist der Leitgedanke von Flood Space. Er beschreibt nicht nur den tiefgreifenden Wandel des Rheinischen Reviers, sondern auch die musikalische Arbeitsweise von TNY-XP: Klänge werden aufgenommen, verfremdet, überlagert und in immer neue Zusammenhänge gebracht.


Field Recordings aus dem Tagebau bildeten neben den live erzeugten Klängen das zentrale Ausgangsmaterial des Konzerts.
Mit Hydrofon und Kontaktmikrofonen nahmen Blomann und Löhde die Klänge auf, die beim Spiel mit Wasser, Steinen und Kies in verschiedenen Gefäßen entstanden. Diese wurden elektronisch transformiert und in den musikalischen Prozess eingebunden.


Die elektronischen Transformationen erfolgten mit Synthesizern.
Saxophon und Querflöte, gespielt von Karl-Heinz Blomann, verbanden sich mit den bearbeiteten Geräuschen und eröffneten weitere klangliche Ebenen.

So wurde TNY-XP nicht zu einer musikalischen Illustration des Tagebaus, sondern zu einer sinnlichen Erfahrung von Transformation. Zwischen Wasser, Stein, Wind, gelegentlich landenden Flugzeugen in der Einflugschneise über dem Garten, Elektronik und Blasinstrumenten entstand ein Klangraum, der den Wandel einer Landschaft nicht rational erklärte, sondern hörbar und unmittelbar erfahrbar machte.
Die Musiker schreiben selbst zu ihrem Projekt:
Mit minimalistischer Ausstattung, Field Recordings, Hydrofonen, Kontaktmikrofonen, Saxophon und Samples entstehen Klanglandschaften, die Erde, Wasser und Luft als lebendige Materialien begreifen. Die Künstler Karl-Heinz Blomann und Tim Löhde des neuen Duos TNY-XP [Tiny Experiments] verbinden dabei natürliche und technische Klänge mit improvisatorischen und elektronischen Prozessen. Die Performance versteht sich als offenes Experiment zwischen Komposition und Improvisation und entwickelt erste klangliche Ideen für das größere Projekt Flood Space.
TNY-XP ist ein experimentelles Klanglabor und die musikalische Vorstufe des Projekts Flood Space. Ausgangspunkt ist die Transformation des Rheinischen Reviers nach dem Ende des Braunkohleabbaus. Aus den ehemaligen Tagebauen entsteht in den kommenden Jahrzehnten eine neue Landschaft aus Seen, veränderten Ökosystemen und technischen Infrastrukturen. TNY-XP untersucht diesen Wandel nicht dokumentarisch, sondern als akustischen Forschungsraum.
Videoskizze:
Fotos: Karl-Heinz Blomann (2), Antje Christ (9, 10, 14, 16), Christian Gnass (3, 4, 5, 7, 13), Karl-Heinz Mauermann (1, 6, 8, 11, 12, 14, 15)
Die Veranstaltungsreihe gARTen wird freundlicherweise durch die GENO BANK ESSEN eG unterstützt.